Praktische Philosophie
Lernen heißt,
die Welt zu hinterfragen.
Das Fach Praktische Philosophie lädt Schüler*innen dazu ein, die Welt und das eigene Leben bewusst zu hinterfragen. Der Begriff „Philosophie“ bedeutet wörtlich „Liebe zur Weisheit“. Im Unterricht geht es daher darum, Fragen zu stellen, Begriffe zu klären, Argumente zu prüfen und gemeinsam über grundlegende Themen des Menschseins nachzudenken.
Der Philosophieunterricht unterstützt die Schüler*innen dabei, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln, die Welt differenziert wahrzunehmen, verantwortungsbewusst zu handeln und sich reflektiert in eine demokratische Gesellschaft einzubringen. Oder, wie es bereits Aristoteles formulierte: „Mit dem Staunen beginnt die Philosophie.“
An unserer Schule wird Philosophie als Ersatzfach für den Religionsunterricht angeboten. Wer nicht am konfessionellen Religionsunterricht teilnimmt, besucht in der Sekundarstufe I Praktische Philosophie und in der Sekundarstufe II Philosophie. Im Unterschied zum Religionsunterricht behandelt das Fach Sinn- und Wertfragen weltanschaulich offen und ohne Bindung an eine bestimmte Religion.
In den Klassen 5 bis 10 stehen im Fach Praktische Philosophie vor allem Fragen aus dem Alltag der Schüler*innen im Mittelpunkt. Der Unterricht bietet Orientierung in einer komplexen Welt und unterstützt die Lernenden dabei, eigene Positionen zu entwickeln, begründet zu urteilen und verantwortungsvoll zu handeln. Grundlage ist der Lehrplan des Landes NRW mit seinen sieben zentralen Fragekreisen: dem Selbst, dem Anderen, dem guten Handeln, Recht, Staat und Wirtschaft, Natur, Kultur und Technik, Wahrheit, Wirklichkeit und Medien sowie Ursprung, Zukunft und Sinn.

Diese Themen werden aus persönlicher, gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Perspektive betrachtet. Die Schüler*innen fragen also, was ein Thema für sie selbst bedeutet, welche Rolle es in der Gesellschaft spielt und welche Gedanken Philosophinnen und Philosophen dazu entwickelt haben. „Praktisch“ ist der Unterricht, weil die Lernenden diskutieren, Gedankenexperimente durchführen, Perspektiven in Rollenspielen erproben und sich auch kreativ mit philosophischen Fragen auseinandersetzen. Dabei lernen sie, ihre Wahrnehmung zu schärfen, Argumente abzuwägen und unterschiedliche Standpunkte zu respektieren.
In der gymnasialen Oberstufe wird das Fach als Philosophie weitergeführt und parallel zum Religionsunterricht angeboten. Die Teilnahme an einem der beiden Fächer ist verpflichtend. In der Sekundarstufe II rückt die theoretische und systematische Auseinandersetzung stärker in den Vordergrund. Die Schüler*innen arbeiten intensiver mit philosophischen Texten, analysieren Argumentationen und setzen sich kritisch mit verschiedenen Positionen auseinander. Inhaltlich orientiert sich der Unterricht unter anderem an den vier grundlegenden Fragen Immanuel Kants: Was soll ich tun? Was kann ich wissen? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?